
Samstag, 25.09.2010 Einlass: 20 Uhr
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| http://www.ericbibb.com/ | ||
Von Eric Bibb heißt es im All Music Guide, dass er einer der vielversprechendsten Musiker der 90er Jahre sei. Heute, im neuen Jahrtausend, ist seine Diskografie stattlich und das Lob noch überschwänglicher geworden. Mit zahllosen Auftritten, seiner sympathischen Art und seiner Musik hat sich Bibb in die erste Liga gespielt. Keiner versteht es wie er, Folk, Blues und Songwritertum auf so sensible, sehr eigenständige Art zusammenzubringen. Anders als Corey Harris experimentiert er nicht mit Reggae und Sounds, anders als Alvin »Youngblood« Hart flirtet er nicht mit elektrifizierten Rockrhythmen, und so bluesnah wie Guy Davis ist er auch nicht. Denn er steht den Folk-Roots eindeutig näher, und da hat es auch nicht geschadet, dass er einige Alben mit schwedischen Musikern aufgenommen hat, die zwar auf Akkordeon, Gitarren und Mandolinen Blues spielen können, aber auch das eine oder andere Folkloregut einbringen. Ein Konzert von Eric Bibb ist mehr als nur gute Unterhaltung. Seine Songs und seine Präsenz rühren an etwas, das im Dröhnen des popmusikalischen Alltagsgeschäfts verloren gegangen ist: die spirituelle Dimension der Musik. Eine Kategorie für Eric Bibb’s Musik zu finden ist nicht leicht. Bei ihm finden Blues, Folk, R & B, Gospel und Jazz auf eine ganz persönliche Art zueinander. Bibb findet dabei immer wieder Zeilen und Metaphern, die auf die universelle Dimension der menschlichen Erfahrung verweisen, ganz wie es die Blues- und Folktradition verlangt. Seine positive Ausstrahlung ist unwiderstehlich – besonders auf der Bühne, aber auch auf CD.
Und nun haben wir Big Daddy Wilson, einen schwarzen Sänger und Singer/Songwriter, der eine Bleibe in Norddeutschland gefunden hat. Aber bei Big Daddy Wilson verhält es sich etwas anders. Den Blues hatte er nicht mit im Gepäck, als er von drüben kam. Den hat er erst hier entdeckt. Von hier aus startet er nun sein internationales Debüt. Big Daddy Wilson wurde vor nicht ganz 50 Jahren in einem kleinen Ort in North Carolina geboren. Edenton hat heute eine Einwohnerzahl von knapp 6000, 55% sind Afroamerikaner, 25% leben unter der Armutsgrenze. „Wir waren auch bitterarm, aber ich hatte eine glückliche Kindheit“, sagt Wilson Blount. „Ich bin mit den Geschwistern bei meiner Mutter und meiner Oma aufgezogen worden, sonntags ging es in die Kirche, in der Woche zur Schule. Gearbeitet hab´ ich da auch schon - auf der Tabakplantage. Ich war ein echter Junge vom Land. In der Kirche hat er gesungen, aber auf eine Bühne hätte er sich nie getraut. „Ich war wahnsinnig schüchtern.“ Die Frauen meinten es gut mit dem Jungen, der ohne Vater aufwuchs und schickten ihn auch unter der Woche oft in die Kirche. Kann ja nicht schaden, wenn man ihn so von Drogen und Straßengangs fernhalten kann. Mit seinem internationalen Solo-Debüt für das Blues-Label Ruf Records geht Big Daddy Wilson einen Schritt weiter in seiner späten Karriere als Musiker. Für „Love Is The Key“ spielte er mit einer kleinen Band ausschließlich eigene Songs ein; bei den Arrangements setzt er auf sparsame, oft akustische Arrangements mit viel Soul. Sein ältestes Lied „Anna“, das seiner Frau gewidmet ist, ist natürlich auf den Alben zu hören. Gospel bildet die Grundlage für „Keep Your Faith In Jah“, was den Songwriter Wilson natürlich nicht davon abhält, die Talente einer gypsy qeen aus New Orleans namens „Jazzy Rose“ zu besingen. Für das Thema „Hard Days Work“ nutzt Big Daddy Wilson einen monotonen Bass-Beat für hypnotische Wirkungen, „Dreaming“ lebt von luftigen Off Beats à la Jamaika. Autobiographische Hintergründe ziehen sich durch viele Songs. „Ain´t No Slave“ erinnert zum einen an die Geschichte der Afroamerikaner und weist zugleich auf Wilsons gewachsenen Selbstvertrauen hin. Sein Freund Eric Bibb gastiert auf zwei Songs, die beide mit der Herkunft des Sängers zu tun haben. Darauf ist Big Daddy Wilson besonders stolz, denn „von Eric habe ich unheimlich viel gelernt.“ Das Ergebins präsentiert er nun mit „Love Is The Key“, das ihn demnächst auf Tour durch Europa bringen wird. Ob Big Daddy sich vorstellen kann, seine Musik zurück in die alte Heimat zu bringen, nach North Carolina? „Das ist ein Traum, aber einer, der mich ziemlich nervös macht“, lacht da der dreifache Familienvater, der schon lange kein Heimweh mehr hat.
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Mittwochs ist Kinotag.
Einlass: jeweils 19:30 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 4,50 EUR